Lesung Hubertus Giebe
Der Dresdner Maler und Grafiker Hubertus Giebe zu Gast in Bärenstein
Am Freitag, dem 15.04.2011, war der Dresdner Maler und Grafiker Hubertus Giebe (Jahrgang 1953) in Altenberg / OT Bärenstein in der Galerie Geißlerhaus zu Gast, um aus seinem 2010 im Leipziger Literaturverlag erschienenen Essayband „ Der geschliffene Elfenbeinturm . Widerreden und Würdigungen“ zu lesen. „Giebe preist in seinen Essays jene wahrhaftigen Maler, deren Werke ihn angetrieben haben – Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Bernhard Heisig. Zum Dank brennt er ein intellektuelles Feuerwerk für diese Großen ab“, ist auf der Rückseite des Buches zu lesen. Er schreibt außerdem über sein Geschichtsverständnis, die Mechanismen des Kunstmarktes und stellt viele brennende Fragen, z.B. wer bestimmt eigentlich die Qualität von Kunst? Eine Auswahl von Texten hat er in Bärenstein vorgestellt, so seinen Text „Griechenland. Für Dieter Hoffmann“, der von seiner ersten Reise dorthin und seinen Eindrücken Ende Oktober 1993 erzählt.

Hinter ihm an der Wand hängt ein Originalfoto von Günter Rössler, dem wohl bekanntesten Aktfotografen der DDR aus Markkleeberg bei Leipzig, das die Akropolis in Athen zeigt, aufgenommen 1962. Die Reportagefotos der aktuellen Ausstellung von Günter Rössler von seinen Balkanreisen nach Albanien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland geben der Lesung einen würdigen Rahmen. Und Giebe liest - malt mit Worten: kraftvoll – expressiv und sprachgewaltig, aber auch leise und poetisch. Er erzählt zum Beispiel von seiner ersten Begegnung vor reichlich 35 Jahren mit Erwin Strittmatter, der ihn an einem heißen Sommertag mit dem Auto von der Bahnstation Löwenberg abholte, um nach Schulzenhof zu fahren. Viele Sommer sollten folgen, eine tiefe Verbundenheit fürs Leben entstehen. Motive aus Schulzenhof finden sich auf zahleichen Blättern von Giebe. Und von Günter Grass ist die Rede, von Giebes Illustrationen zum Roman „Die Blechtrommel“, auch von Bernhard Heisig, dessen spannungsgeladenen Figurenbilder Giebe damals nach Leipzig an die Hochschule für Grafik und Buchkunst lockten. Der Künstler lebt und arbeitet in Dresden, die Stadt ist seine Heimat geworden. Seine Wurzeln aber liegen hier, im Erzgebirge: aufgewachsen in Schlottwitz, hat er das Gymnasium in Altenberg besucht. An den Kunsterziehungsunterricht bei Alfred Franz erinnert er mit achtungsvollen, herzlichen Worten. 
Es waren zahlreiche interessierte Gäste gekommen an diesen Abend, darunter Künstlerkollegen aus der Region, ehemalige Lehrer und ein Mitschüler des Jahrgangs. Im Anschluss an die Lesung war Gelegenheit Fragen zu stellen. Danach wurden bei einem Glas Wein Erinnerungen aufgefrischt, diskutiert, Bücher signiert und gelacht. Es ging wohl jeder an diesem Abend nach Hause mit bleibenden Eindrücken, gedanklichen Anregungen und dem Gefühl, bei einer runden Sache dabei gewesen zu sein. Unser herzlicher Dank an Hubertus Giebe. Wir danken auch allen interessierten Gästen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Wir laden herzlich ein zum Ausstellungsbesuch „Günter Rössler – Balkanbilder“
(bis 8. Mai sonntags von 14 bis 18 Uhr, Bärenstein, Bahnhofstraße 6) und zu folgender Veranstaltung:
Samstag, 21. Mai 16.00 Uhr – Eröffnung der Schulkunstausstellung „Spurensuche“ des „Glückauf“-Gymnasiums Dippoldiswalde / Altenberg
(von Schülern betreutes Galeriecafe sonntags 29. Mai und 5., 19. Und 26.Juni 2011 von 14 bis 18 Uhr.)
Anett Franz
